Die letzten zwei Tage habe ich mich immer wieder mit dem Thema Einschränkungen auseinander gesetzt. Ich hab mir überlegt, wie mein Gewicht mich in meinem Leben einschränkt und ich Dinge, die ich eigentlich gerne mache, nicht tun kann oder nicht tun will. Auch über zukünftige Konsequenzen habe ich mir Gedanken gemacht.
Nun ja, das Erste was mir spontan einfiehl ist der verzicht auf Baden. Also nicht im Sinn von Waschen - nicht das wir uns falsch verstehen. Ich liebe Wasser. Früher bin ich manchmal Stunden im kühlen Nass geblieben und man musste mich regelrecht rausschleifen. Als Kind gehörte das zu meiner grossen Leidenschaft. Aber momentan sind meine Hemmungen viel zu gross. Ich bin zwar absolut für den Umweltschutz. Aber als neues Gesicht der "rettet die Wahle" Kampagne von Greenpeace möchte ich wirklich nicht enden.
Ich kann mich erinnern, das mir jemand gesagt hatte, sie traue sich nicht ins Schwimmbad. Damals hatte ich das Gefühl, dass mir sowas niemals passieren könnte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man sich so dermassen für seinen Körper schämen könnte, dass man sich nicht mehr halbnackt unter Leute traut. Wenn ich das allerdings so lese, kann ich es mir kaum mehr vorstellen, dass ich mich das jemals getraut habe. Jedenfalls vermisse ich es, ins Schwimmbad zu gehen. Oder ans Meer. Aber wenigstens habe ich eine riiiiiiiesige Badewanne.
Die zweite grosse Einschränkung bemerke ich vor allem, wenn ich mal irgendwo weg gehe. Vor allem wenn ich Leute treffe, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Mein erster Gedanke ist dann immer; Oh Gott was sehen diese Menschen noch in mir? Ist es Mitleid oder Spott? Oder ist es Ekel? Letztens trafen wir beim Einkauf den Frisör meines Freundes. Dieser gratulierte ihm beim nächsten Haarschnitt gleich mal zum Nachwuchs, den ich ja offensichtlich erwarten würde. Schrecklich peinlich. Oder man ist unterwegs und spürt die mitleidigen Blicke. In solchen Momenten schäme ich mich in Grund und Boden. Allerdings hällt dies mich leider nicht vom Essen ab. Ein absolutes Paradoxum. Zu Tode betrübt und beschämt wegen seinerselbst und trotzdem bestellt man sich eine Pizza. Vielleicht so eine Art süsse Selbstbestrafung. Schwierig wirklich schwierig.
Eine riesige Belastung ist der Selbsthass. Wenn man seinen Körper so nicht mag, dass man sogar Mühe hat, sich von seinem Partner anfassen zu lassen. Wie kann man sowas ansehen, geschweige denn anfassen wollen? Es ist nicht so, das dies ein ständiger Zustand ist. Aber manchmal wird das richtig zur Plage. Vor allem mein Hüft- und Bauchspeck machen es mir zunehmend schwerer. Aber halt - ich hatte ja gesagt das hat ein Ende! An dieser Stelle - meine Motivation ist ungebrochen!
Für die Zukunft habe ich Angst davor, dass wenn ich einmal Kinder haben sollte (an dieser Stelle gleich nochmals - nein, ich bin nicht schwanger, ich bin einfach nur fett), ich mit diesen nicht herumtollen und herumalbern kann. Oder zumindest nicht im Ausmass, wie ich mir ein Leben mit Kindern vorstelle. Im Moment möchte ich mich jedenfalls nicht auf Kinderspielplätzen austoben. Meine Versicherung deckt, soweit ich weiss, Beschädigungen von Spielgeräten wegen zu hohem Gewicht, nicht ab.
Grundsätzlich gibt es so viele Dinge, die nur danach schreien - NIMM AB!!!
Wahrscheinlich war ich bis anhin taub. Oder aber, der Weg zwischen meinem Gehör und meinem Hirn wurde von einem riesen Muffin blockiert. Diesen habe ich aber mitlerweilen aufgegessen und entschieden, dass es Zeit ist, mein Leben zu verändern. Genau jetzt.
In diesem Sinne wünsche ich mir mehr Gehör für mich und meinen Körper
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